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Kein ICE-Werk im Reichswald

Die Deutsche Bahn (DB) plant seit letztem Jahr den Bau eines neuen ICE-Werkes in der Metropolregion Nürnberg. Hierzu sind derzeit sieben Standorte für das voraussichtlich 45 Hektar große Werk im Gespräch: Allersberg, Baiersdorf, Burgfarrnbach, Nürnberg Altenfurt/Fischbach, am Rangierbahnhof Nürnberg, die ehemalige Heeresmunitionsanstalt (MUNA) Feucht und ein Gebiet südlich davon. [1] Nachdem zuerst der Standort Altenfurt/Fischbach favorisiert wurde, gab es schnell massiven Protest der dortigen Anwohner und des Bürgervereins Nürnberg-Südost [2,3], woraufhin weitere Standorte geprüft wurden.

Nach dem Standort in Fischbach stößt die Alternative auf dem MUNA-Gelände in Feucht ebenfalls auf großen Widerstand. Während der Bürgermeister von Feucht, Jörg Kotzur, vor allem auf die Gewerbesteuereinnahmen, Arbeitsplätze und Entmilitarisierung des Geländes hinweist, äußert die Bund Naturschutz Ortsgruppe Feucht ihre Bedenken bezüglich des Naturschutzes und der Abholzung des Waldes. [4] Laut Regierung Mittelfranken und Bundesimmobilienverwaltung sei das MUNA-Gelände grundsätzlich räumungsfähig, die nötigen Gutachten zu Kampfmittel- und Grundwasserkontaminierung würden jedoch den Beginn des Raumordnungsverfahren bis in den Herbst verzögern. [5]

Der Piratenpartei Kreisverband Nürnberger Land & Roth sieht die geplanten Standorte im Reichswald kritisch. Das Konzept der DB, das ICE-Werk CO²-neutral betreiben zu wollen [6], ist sehr positiv und langfristig gesehen ist der Ausbau des ÖPNVs ein wichtiger Schritt hin zu weniger Autos und zur Bekämpfung des Klimawandels. Dieses Konzept wäre jedoch sinnlos, wenn für deren Umsetzung große Waldflächen gerodet werden würden. Deshalb würden wir schon vorhandene oder ungenutzte Flächen bevorzugen, wie beispielsweise am Rangierbahnhof.

Hierzu äußert sich der 2.Vorsitzende des Kreisverbandes Nürnberger Land & Roth der Piratenpartei, Julian Häffner„Der Nürnberger Reichswald ist sowohl Bannwald als auch Teil des Natura-2000-Netzwerkes und EU-Vogelschutzgebiet. Als solches darf er zusätzlich zu den Rodungen durch die Projekte Juraleitung P 53 und Autobahn-Overfly am Kreuz Nürnberg-Ost nicht noch weiter belastet und gerodet werden. [4] Außerdem waren bereits 2015 70% der Feuchter Bevölkerung gegen ein nur 15 Hektar großes Gewerbegebiet im selben Gebiet. [7] Eine Entmilitarisierung und neue Aufforstung ist unabhängig des ICE-Werkes zu befürworten, um die Explosionsgefahr bei Waldbränden und das Auswaschen der Chemikalienreste in das Grundwasser zu unterbinden.“


[1]: https://www.nuernberg.de/internet/stadtportal/ice_werk.html

[2]: https://buergervereinsuedost.de/neues-ice-werk

[3]: https://n-land.de/top-story/lichter-protest

[4]: https://n-land.de/top-story/kluger-schachzug-oder-echte-alternative

[5]: https://www.nordbayern.de/region/nuernberg/kunftiges-ice-werk-auf-dem-muna-gelande-1.10807088

[6]: https://www.ice-werk-nuernberg.de

[7]: https://www.nordbayern.de/region/altdorf/csu-feucht-positioniert-sich-im-streit-um-ice-werk-1.10827775

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